In 7 Schritten vom Grassamen auf der Hand zum perfekt angelegten Rasen im Garten

Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass das Anlegen eines neuen Rasens und die Pflege einer bestehenden Fläche durchaus eine Herausforderung sein können. Das ist der Grund dafür, dass wir Ihnen heute hier unsere sieben Schritte präsentieren wollen, die sowohl aus unseren eigenen Erfahrungen aber auch ergänzt um die Expertise der Deutschen Rasengesellschaft und den Rückmeldungen anderer Kunden stammen.

Schritt 1: Die Auswahl bestimmt über den Erfolg

Stellen Sie sich vor dem ersten Spatenstich in Ihrem Garten die Frage, was der Zweck der Rasenflächen sein soll und welches Ziel Sie erreichen wollen. Wollen Sie eine besonders strapazierfähige Fläche, damit die Kinder und der Hund draußen spielen können? Dann sollten über einen Gebrauchsrasen, Strapazierrasen oder sogar Sportrasen nachdenken. Geht es Ihnen jedoch um eine einwandfrei optische Erscheinung Ihrer Rasenfläche, ist der Zierrasen für Sie eher interessant. Sind Sie gewerblich an der Begrünung eines Golfplatzes oder eines Fußballstadions interessiert, sind der Golfrasen sowie der Sport- und Fußballrasen die richtige Wahl.

Sie sollten die Auswahl der Grassamen so treffen, dass diese genau auf das von Ihnen definierte Ziel passt. Kompromisse sollten Sie dabei versuchen zu vermeiden, da nicht alle Begrünungsstrategien untereinander kompatibel sind. Entweder enden diese in viel Arbeit für Sie oder mit einem kaputten, braunen Rasen.

Achten Sie bei der Auswahl unbedingt auf eine hohe Qualität der Grassamen. Scheinbar günstige Produkte unterwerfen sich oft keinerlei Kontrollen und flüchten sich in frei-definierbare Mischungen wie den „Berliner Tiergarten“.  Je strenger die nachweisbaren Kontrollen bei der Grassamen-Mischung sind, wie beispielsweise bei den Regel-Saatgut-Mischungen (RSM), desto qualitativ hochwertiger ist diese am Ende auch. Das bedeutet zwar ein wenig mehr Geldeinsatz zu Beginn, aber deutlich weniger Pflege und Anfälligkeit im weiteren Zeitverlauf der Rasenfläche.

Schritt 2: Schaffen Sie ein belastbares Fundament

Jedes Gras ist eine Rasenpflanze, die wie die meisten anderen Pflanzen auch vor allem vier Dinge braucht, um ein stabiles, belastbares Wachstum zu entwickeln:

  • Licht
  • Wasser
  • Wärme
  • Nährstoffe

Die sogenannten Standortfaktoren haben maßgeblichen Einfluss auf den Wachstumserfolg Ihres Rasens. Bereits bei der Grassamen-Mischung sollten Sie es berücksichtigen, wenn Ihr Boden im Garten besonderen Umständen unterworfen ist. Gibt es viel Schatten auf der Rasenfläche? Ist der Boden sehr durchlässig, weil er einen hohen Sandanteil hat? Hat der Boden nur sehr wenige Nährstoffe? Diese Daten sollten Sie durch Beobachtung und im besten Falle durch eine Bodenprobe ermitteln.

Stehen die Umstände einmal fest, gilt es nun den Boden für die anstehende Aussaat sowie das Wachstum vorzubereiten. Dabei geht es darum den Grassamen optimale Bedingungen für den Anwuchs zu bieten. Während die Faktoren Licht und Wärme vor allem jahreszeitbedingt sind, können das Wasser nach der Aussaat und die Nährstoffe vor dem Ausbringen der Rasensamen maßgeblich beeinflusst werden.

Eine bestehende Fläche vertikutieren, aerifizieren und aufbereiten

Jeder Gärtner weiß eigentlich, dass die Rasenfläche spätestens alle zwei Jahre einmal vertikutiert werden soll. Abhängig von der Intensität der Nutzung bildet sich sogenannten Rasenfilz direkt über dem Boden, der potentiellen Raum für Unkraut und Ungeziefer bildet. Sobald dieser Filz eine Dicke von 5 Millimeter überschreitet, sollte vertikutiert werden. Ist der Rasenfilz dünner, reicht es vollkommen den Boden zu aerifizieren. Damit ist das Lüften des Bodens gemeint, das wahlweise durch leichtes Einritzen oder Löchern der Oberfläche erreicht wird. Ein gutes Werkzeug hierfür ist beispielsweise eine Nagelrolle, durch deren abstehende Nägel, die konisch zulaufen, der Boden etwa 5-10 mm tiefe Löcher bekommt.

Beim Vertikutieren ist die Bodenbearbeitung ein wenig intensiver. Der Rasen wird auf der tiefsten Stufe abgemäht und dann mit einem Vertikutierer bearbeitet. Der Rasenfilz wird bei dieser Bearbeitung vollständig entfernt und der Boden mit den feinen Klingen des Vertikutierers angeritzt. So wird einerseits aller Unrat auf der Fläche entfernt und andererseits bewusst eine Verletzung der Rasenpflanzen herbeigeführt, die zu einem dichteren Wachstum führt. Dieses wiederrum wird durch das Lüften des Bodens sowie die zugeführten Nährstoffe unterstützt.

Die Rasenfläche komplett neu anlegen

Vor allem bei Neubauten ist der Rasen im Garten der letzte Teil, der gestaltet wird. Wo in der nahen Vergangenheit Baumaschinen ihr Unwesen trieben, soll nun eine schöne Rasenfläche entstehen. In einem solchen Fall sollte unbedingt auf die Bodengüte geachtet werden. Es ist überaus empfehlenswert den Grund mit Muttererde anzureichern, damit ein fruchtbarer Boden entstehen kann. Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, dass dieser weder zu durchlässig (aufgrund von beispielsweise Sand) noch zu undurchlässig (durch beispielsweise Ton und Lehm) ist. Sollte dies der Fall sein, kann mit dem jeweils anderen Element  Abhilfe geschaffen werden.

Bevor nun der erste Grassamen gesät wird, sollte die Fläche möglich fein gekrümelt werden. Hier soll später eine ebene Rasenfläche entstehen, weshalb es unbedingt erforderlich ist Unebenheiten zu beseitigen und die Oberfläche so fein wie möglich zu gestalten. Zusätzlich sind Grassamen bei der Aussaat deutlich einfacher gleichmäßig auf einer ebenen Fläche zu verteilen.

Der optimale Untergrund

Egal ob Neuanlage oder die Renovierung einer bestehenden Fläche: mit diesen Maßnahmen ist Ihre Rasenfläche bestens vorbereitet. Vor Ihnen liegt nun eine ebene, feinerdige Fläche, die schon in wenigen Wochen in saftigem Grün erscheinen wird. Um nun auch die bestmöglichen Anwuchs-Bedingungen für die Grassamen zu schaffen, erfolgt im nächsten Schritt die Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen.

Schritt 3: Starter-Dünger zur Unterstützung der Grassamen

Nachdem Sie nun das Fundament geschaffen haben, geht es darum die notwendigen Nährstoffe bereit zu halten. Achten Sie dabei unbedingt auf die Zusammensetzung der Düngemittel-Mischung. Abhängig von der Bodengüte sowie den eventuell fehlenden Nährstoffe speziell in Ihrem Boden kann eine umfassende Beratung hier durchaus Sinn machen. Empfehlenswert ist in jedem Fall der sogenannte Starter-Dünger. Der hohe Stichstoffanteil in dieser Mischung sorgt für ein schnelles und stabiles Wachstum der Rasenpflanzen. Auch hier ist allerdings wieder Vorsicht geboten, wenn es um den Preisvergleich von günstigen und teureren Mischungen geht. Ein zu hoher Stichstoffanteil führt zu eine zu starken Wachstum, bei dem Sie alle zwei bis drei Mähen müssen. Nach Verbrauch der Nährstoffe verkümmern die Pflanzen sehr oft. Dünger-Mischungen, die Ihre gespeicherten Nährstoffe über eine bestimmte Zeitperiode im gleichen Maß abgeben sind hier eindeutig zu bevorzugen, auch wenn diese ein paar Euro teurer sind.

Der Zeitpunkt das Düngen sollte nach der Temperatursumme im optimalen Fall errechnet werden. Diese ist die Summe der positiven Tageshöchsttemperaturen und zeigt statistisch ermittelt den bestmöglichen Ausbringungszeitpunkt für den Dünger an. Je nach Witterungsverhältnissen ist dieser Zeitpunkt irgendwann zwischen Ende Februar und Mitte März erreicht. Nach der Vorbereitung der Fläche sollte nun der Dünger gleichmäßig ausgebracht werden. Hier eignet sich besonders gut der Einsatz eines Streuwagens, der je nach Einstellung eine bestimmte Düngermenge abgibt.

Düngen Sie die Fläche 1-2 Wochen vor der Aussaat

Es ist ein Vorteil den Dünger ungefähr zwei Wochen vor dem Säen auszubringen. Während diesem Zeitversatz wird der Dünger vom Boden aufgenommen und die Nährstoffdepots werden entsprechend gefüllt. Kommen nun die Rasensamen auf die Fläche und entwickeln erste Keime, stehen diesen sofort die vollständigen Depots an Nährstoffen zur Verfügung.

 Natürlich es auch möglich das Saatgut zusammen mit dem Dünger auszubringen, allerdings sind die Nährstoffe zu dem Zeitpunkt noch nicht für die Rasensamen im Boden verfügbar. Es besteht also das Risiko der Unterernährung der Keimlinge, der zum Verkümmern führt. Sicherer ist es für Ihr Vorhaben, wenn Sie die Fläche vorab düngen und den Pflanzen die volle Nährstoff-Power zur Verfügung stellen.

Schritt 4: Gleichmäßig aussäen verspricht den größten Erfolg

Bei der Aussaat sollten Sie ebenfalls wieder auf die Hilfe eines Streuwagens oder Handstreuers zurückgreifen. Der Einsatz der Geräte gewährleistet eine gleichmäßige Verteilung der Grassamen auf der Fläche. Das hilft vor allem beim Anwuchs. Werden die Samen so ausgebracht, dass diese sich an bestimmten Punkten sammeln, ist die Nährstoffdichte je Keim geringer und zudem behindern sich die Pflanzen beim Aufwuchs in den Platzverhältnissen. Auch wenn uns das Bild des säenden Bauers noch im Kopf umher schwirrt, sollten Sie bei der Aussaat auf die heutigen, technischen Hilfsmittel setzen um das Ergebnis zu optimieren.

Anwalzen und verdichten

Nach der Aussaat der Samen sollte die Fläche mit einer Walze so bearbeitet werden, dass die Samen an den Boden angedrückt werden. Auch ist es möglich hier noch einmal ein paar Millimeter Erde auf der Fläche zu verteilen um die Samen so abzudecken. Das schützt vor Vogelfraß sowie dem Ausspülen der Samen bei Regen oder durch das Bewässern. Für größere Flächen ist der Einsatz einer kleinen Handwalze empfehlenswert, die üblicherweise im regionalen Baumarkt geliehen werden kann. Bei kleineren Flächen tut es im Zweifel für die Kostenbewussten auch eine lange Latte, die auf den Boden gelegt und dann leicht angedrückt wird.

In der Vorbereitung für diese Aussaat haben Sie bereits mit der Wahl der richtigen Jahreszeit für ausreichend Licht und Wärme des Bodens gesorgt. Ab circa 15 Grad wird das Wachstum der Rasenpflanzen stark angeregt, so dass die Keimdauer nur einige Tage beträgt. Zusätzlich haben Sie durch das Düngen dem Boden wichtige Nährstoffe zugeführt, die das Pflanzenwachstum unterstützen. Als letzter Erfolgsfaktor verbleibt nun das Element Wasser.

Wässern Sie um den Keimprozess in Gang zu setzen

Ein Grassamen ist wie jeder andere Rasensamen auch ein Kern, der in Stärke eingeschlossen und von einem Mantel umhüllt wird. Damit der Kern zum Wachstum angeregt wird, braucht er die Nährstoffe aus der Stärke-Schicht. Diese wiederrum benötigt Feuchtigkeit und Wasser um aufzuquellen und die Nährstoffe für den Keim verwertbar zu machen. Deswegen ist es besonders nach der Aussaat in den Folgewochen extrem wichtig, dass die Grassamen immer feucht gehalten werden. Ein Austrocknen dieser bedeutet, dass der Keimling im Austreiben abstirbt.

Achten Sie also darauf, dass die Grassamen in den ersten Wochen immer feucht gehalten werden. Wässern Sie die Fläche regelmäßig, wenn der natürliche Niederschlag nicht ausreicht, um den Keimlingen optimale Bedingungen zu bieten.

Schritt 5: Keine Schritte auf der Fläche

Die verschiedenen Gräser, die in den Mischungen verwendet werden, haben auch unterschiedliche Keimzeitpunkte. Während dieser Phase sollte die Rasenfläche nicht betreten werden. Keimen die ersten Sorten schon nach einer Woche und legt sich ein leicht grünlicher Schleier auf die Fläche, kann es durchaus noch dauern bis auch die letzten Keimlinge ausgetrieben haben. Nach rund drei bis vier Woche ist die Grasnarbe reif für den ersten Schnitt. Bis dahin sollten Sie jegliche Belastungen der Fläche vermeiden. Jeder abgeknickte Grashalm und jede zertretene Rasenpflanze könnte nachher der Punkt sein, der Ihre Rasenflächen negativ beeinflusst. Haben Sie die Geduld und freuen Sie sich auf das Ergebnis. Es wird sich lohnen.

Schritt 6: Der erste Rasenschnitt bei 6-7 cm Höhe

Sie sehen schon, der Aufwand wird nun deutlich weniger nach den doch recht großen Anstrengungen für die Bodenvorbereitung und Aussaat. Nachdem Sie die Fläche nun 3-4 Woche in Ruhe gelassen haben, werden Sie einen grünen Teppich vorfinden. Nach rund einer Woche kommen die grünen Halme erst vereinzelt, aber spätestens in der dritten Woche bildet sich dann langsam ein dichter Teppich. Die Aussaat ist gelungen und Ihre Aufgabe ist es nun den Rasen regelmäßig zu mähen.

Den ersten Rasenschnitt sollten Sie bei 6-7 cm Halmlänge der längsten Rasenpflanzen machen. Gemäß der Zwei-Drittel-Regelung sollten Sie immer nur maximal ein Drittel der Länge abschneiden, damit der Rasenpflanze nicht zu viel Kraft genommen wird. Bei 6-7 cm Höhe können Sie also getrost auf der empfohlenen Höhe für einen Gebrauchsrasen von 4 cm abmähen. Speziell bei den ersten Rasenschnitten wäre es vorteilhaft einen Rasenmäher mit Auffangkorb zu nehmen, damit die Schnittreste vollständig von der Fläche abgeräumt werden. Nach wie vor sind die Rasenpflanzen jung und sollen sich noch entsprechend ausbreiten. Ein Vermulchen der Schnittreste wäre hier eher nachteilig, da dieser im aktuellen Stadium das Wachstum der Pflanzen hemmt. Später ist dies kein Problem, wenn Sie beispielsweise das Mähen Ihrem Mähroboter überlassen wollen.

Eigentlich sind die Rasenpflanzen in Ihrem ursprünglichen Zweck auf dieser Welt nicht darauf ausgelegt in unserem Garten einen grünen Teppich zu bilden. Vielmehr sollen sie sich gemäß den Gesetzen der Mutter Natur vollständig ausbilden und blühen. Das möchte jedoch kein Gärtner, weswegen der Rasenschnitt so wichtig ist. Er verursacht den Prozess der Bestockung. Darunter wird das Kappen der Halmspitzen verstanden, der zu einer vermehrten Bildung von seitlichen Trieben führt. Und wenn das alle Rasenpflanzen so machen, wird die Grasnarbe schön dicht und belastbar. Das führt uns dann zum letzten Punkt dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung: der Rasenpflege!

Schritt 7: regelmäßige Pflege beugt allen Problemen vor

Nach den ersten Rasenschnitten werden Sie langsam ein Gespür für Ihren Rasen bekommen. Speziell in der Wachstumszeit bis zum Sommer wird es vermutlich alle fünf bis sieben Tage notwendig sein ihn abzumähen. Wer diese Aufgabe aber regelmäßig wahr nimmt und hier keine Ausnahmen macht, wird einen sehr stabilen und robusten Rasen erhalten. Dieser wird Ihnen das Training in den schwierigen Jahreszeiten wie dem Hochsommer danken. Hitze, Trockenheit und vor allem die Belastung der Fläche zehren an den Kräften der Grasnarbe. Ab rund 25 Grad ist das Wachstum der Rasenpflanzen deutlich gehemmt und ab 30 Grad vollständig eingestellt. Mähen müssen Sie jetzt seltener und um der Rasenpflanze mehr Kraft zu spendieren sollten Sie diese nur noch 5 cm abmähen.

Achten Sie auf die Nährstoffe

Denken Sie auch daran den Rasen weiterhin zu düngen. Sogenannte Langzeit-Dünger sind hervorragend dazu geeignet, da sie die Nährstoffmenge über einen langen Zeitraum von bis zu sechs Monaten verteilt abgeben. Somit stellen Sie auch im Hochsommer sicher, dass die Rasenpflanzen ausreichend Nährstoffe haben. Im Herbst sollten Sie dann mit einem Herbst-Dünger Ihren Rasen für den Winter vorbereiten. Dieser ist anders zusammen gestellt und enthält nur noch sehr geringe Stickstoffanteile. Höher ist dafür der Kali-Anteil, der den Rasen vor Kälte und Frost schützt.

Eine dichte, vitale Rasenfläche sollte von daher immer das Ziel sein. Krankheiten und Ungeziefer haben hier fast keine Chance einzudringen um ihr Unheil zu verbreiten. Die regelmäßige Pflege ist gemessen am Aufwand vergleichsweise gering gegen jede Form der Schädlings- und Krankheitsbekämpfung, die oft eine komplett neue Aussaat von Grassamen bedeutet.


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