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Insektenschutz im Rasen: Ein Leitfaden für umweltbewusste Gartenbesitzer

Insekten sind eine wesentliche Säule unserer Ökosysteme. Mit über 33.300 Arten allein in Deutschland stellen sie die vielfältigste Gruppe aller Lebewesen dar. Doch Studien belegen einen besorgniserregenden Rückgang der Insektenpopulationen, sowohl in Bezug auf die Gesamtmenge (Biomasse) als auch auf die Artenvielfalt. Dieser Artikel beleuchtet die Gründe für diesen Rückgang und zeigt auf, wie wir durch insektenfreundliche Rasenpflege einen Beitrag zum Insektenschutz leisten können.

Die Rolle der Insekten in unseren Ökosystemen

Insekten erfüllen eine Vielzahl von wichtigen Funktionen in unseren Ökosystemen. Sie bestäuben Pflanzen, dienen vielen Tierarten als Nahrungsgrundlage und sind am Abbau organischer Masse im Boden beteiligt, was für die Bodenfruchtbarkeit von großer Bedeutung ist. Trotz ihrer enormen Bedeutung für unsere Umwelt und Lebensqualität sind Insektenpopulationen weltweit rückläufig.

Die Ursachen des Insektenrückgangs

Die Gründe für den Rückgang der Insekten sind vielfältig. Häufig wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der intensiven Landwirtschaft genannt, der oft mit dem Verzicht auf blütenreiche Feldränder, Heckenstrukturen und Brachflächen einhergeht. Aber auch Lichtemissionen, die Versiegelung und Bebauung von Flächen für Siedlungen, Gewerbe und Verkehr sowie klimatische Veränderungen tragen zum Insektensterben bei.

Maßnahmen zum Insektenschutz

Als Reaktion auf den Rückgang der Insektenpopulationen hat die Bundesregierung im September 2019 das Aktionsprogramm Insektenschutz verabschiedet. Dieses Programm enthält einen Maßnahmenkatalog zum Schutz der Insekten und zur Wiederherstellung ihrer Lebensräume. Im Februar 2021 wurde das sogenannte Insektenschutzpaket durch das Bundeskabinett verabschiedet, das unter anderem eine Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes und Änderungen in der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung beinhaltet.

Das Insektenschutzpaket: Ein wichtiger Schritt für den Naturschutz

Das im Februar 2021 verabschiedete Insektenschutzpaket der Bundesregierung enthält eine Reihe von Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, den Rückgang der Insektenpopulationen zu stoppen. Ein zentraler Punkt ist das Verbot der Anwendung von Glyphosat ab dem 31.12.2023. Darüber hinaus sind beim Einsatz von Insektiziden und Herbiziden Abstandsgrenzen von zehn Metern zu Gewässern bzw. bei ganzjährig begrünten Gewässerstreifen von fünf Metern einzuhalten.

Einschränkungen gibt es auch beim Einsatz von Insektiziden, Herbiziden und Bioziden in bestimmten Schutzgebieten, wie Flora-Fauna-Habitat-Gebieten und Naturschutzgebieten. Der Biotopschutz wird auf artenreiche Grünlandflächen, Trockenmauern, Steinriegeln und Streuobstwiesen ausgeweitet. Ein weiteres Ziel ist die Reduzierung der Lichtverschmutzung, unter anderem durch die Umstellung auf insektenfreundliche Lichtquellen.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Umsetzung dieser Maßnahmen aufgrund des Föderalismus in Deutschland von Bundesland zu Bundesland variieren kann. Die Zuständigkeit für den Bereich "Naturschutz und Landschaftspflege" liegt bei den jeweiligen Naturschutzbehörden der Bundesländer. Nach der noch ausstehenden Zustimmung zum Gesetzesentwurf durch Bundestag und Bundesrat muss die eigentliche Ausgestaltung und Umsetzung durch die Bundesländer in Form von Landesgesetzen erfolgen.

Einige Bundesländer haben bereits eigene Programme zum Schutz der Natur und der Artenvielfalt beschlossen. So haben Bayern und Baden-Württemberg im Nachgang von Volksbegehren landeseigene Programme verabschiedet. Die im Sommer 2020 durchgeführte Novellierung des Naturschutzgesetzes in Baden-Württemberg geht in Teilen sogar über die Anforderungen des Bundesprogrammes hinaus und bezieht beispielsweise auch Hausgärten mit ein. In Niedersachsen wurden hingegen freiwillige Übereinkünfte zum Schutz der Natur und der Artenvielfalt in Zusammenarbeit mit Landwirtschaft, Politik und den Umweltverbänden beschlossen.

Diese Maßnahmen zeigen, dass der Schutz der Insekten und der Erhalt der Artenvielfalt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, an der wir alle mitwirken können - auch in unseren eigenen Gärten und auf unseren Rasenflächen.

Wie können wir unseren Rasen insektenfreundlich gestalten?

Es gibt viele Möglichkeiten, wie wir unseren Rasen insektenfreundlich gestalten können. Hier sind einige Tipps und Strategien, die Sie in Betracht ziehen sollten:

  1. Ungemähte Flächen schaffen: Lassen Sie Teile Ihres Rasens ungemäht. Diese Bereiche können eine Vielzahl von Insekten anziehen und ihnen einen Platz zum Leben und zur Fortpflanzung bieten.
  2. Seltener mähen: Indem Sie Ihren Rasen weniger oft mähen, geben Sie den Pflanzen mehr Zeit zum Blühen. Dies kann mehr Nektar und Pollen für Bienen und andere Bestäuber bereitstellen.
  3. Nicht zu tief mähen: Wenn Sie Ihren Rasen mähen, versuchen Sie, ihn nicht zu tief zu schneiden. Dies kann dazu beitragen, dass weniger Insekten durch das Mähmesser verletzt oder getötet werden.
  4. Zeitversetzt im Wechsel mähen: Indem Sie einige Streifen Ihres Rasens länger stehen lassen, ermöglichen Sie insbesondere mobilen Insekten die Flucht.
  5. Auf Mulchmäher verzichten: Mulchmäher zerkleinern das Mähgut sehr fein, was das Überleben von Insekten erschweren kann. Verwenden Sie stattdessen einen herkömmlichen Rasenmäher.
  6. Pflanzen Sie insektenfreundliche Pflanzen: Es gibt viele Pflanzen, die besonders attraktiv für Insekten sind. Überlegen Sie, solche Pflanzen in Ihrem Garten zu pflanzen, um Insekten anzulocken.
  7. Schaffen Sie Wasserstellen: Insekten benötigen Wasser zum Überleben. Durch das Anlegen kleiner Wasserstellen in Ihrem Garten können Sie Insekten eine wichtige Ressource zur Verfügung stellen.

Indem Sie diese Tipps befolgen, können Sie dazu beitragen, Ihren Rasen in einen insektenfreundlichen Lebensraum zu verwandeln. Denken Sie daran, dass jeder kleine Schritt zählt und dass auch kleine Veränderungen einen großen Unterschied machen können.

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