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Der Vergleich: Rasen aussäen im Frühjahr vs. Ausbringung im Herbst

Für viele Gärtner stellt sich die Frage nach dem besten Zeitpunkt für die Aussaat im Jahr. Soll es lieber das Frühjahr sein, wo alle Pflanzen sprießen? Oder ist vielleicht doch der Herbst besser, wenn der viele Regen für ausreichend Feuchtigkeit sorgt?
Im heutigen Beitrag wollen wir versuchen, die Frage zu beantworten. Hierzu ist es aber zuerst notwendig, die beiden Möglichkeiten des Rasesäens vorzustellen:

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Die Frühjahrssaat

Je nachdem, wann die Sonne die Oberhand, gewinnt steigen die Temperaturen meist im März und April auf ein fruchtbares Niveau. Unter „fruchtbar“ wird hierbei der Bereich von konstant über 5 Grad verstanden. Viele Rasensorten generieren unterhalb dieser Schwelle kein Wachstum, sodass eine Aussaat folglich zu keinem Ergebnis führen würde.

Eine sehr hilfreiche Methode für den richtigen Zeitpunkt der Aussaat im Frühjahr ist die Temperatursumme. Hierbei werden die Tageshöchsttemperaturen ab Beginn des Jahres addiert, solange sie positiv sind. Negative Werte werden vernachlässigt. Überschreitet die Summe den Wert von 150, ist der optimale Zeitpunkt für die Frühjahrsdüngung gekommen. Rund 10 bis 14 Tage danach sollten dann die Rasensamen ausgebracht werden.

Warum im Frühjahr? Die Jahreszeit ist geprägt von einem feuchten Klima und milden Temperaturen. Die Samen werden nach der Aussaat feucht gehalten und können gedeihen. Im Frühjahr treiben alle Pflanzen im Garten aus, da die erste Wachstumsperiode des Jahres begonnen hat. Wer diese optimal trifft, wird sich sechs Wochen später über einen schönen grünen Rasen im Garten freuen.

Die Herbstsaat

Der eintretende Herbst beginnt in unseren Regionen meist im September. Die besonders heißen Monate Juli und August setzen den Rasenpflanzen zu, sodass eine Aussaat im September durchaus passend sein kann. Mildere Temperaturen und der klassische Herbstregen läuten die zweite Wachstumsperiode des Jahres ein.

Die vergangenen Jahre zeigen, dass der erste Bodenfrost nur selten vor Mitte Dezember kam. Somit ist die Periode nach einer eventuellen Aussaat im September ausreichend lang, um die Rasensamen anzuziehen und eine dichte Grünfläche zu erhalten. In Verbindung mit einer Herbst-Düngung hat auch die Herbstsaat sehr viele offensichtliche Vorteile.

Warum im Herbst? Auch hier herrschen vorzugsweise milde Temperaturen deutlich über 10 Grad. Reichhaltige Regenschauer sorgen für eine ausreichende Wasserversorgung der ausgebrachten Rasensamen.

Die Entscheidung: Was ist vorteilhafter?

Auf der Internetseite von wetter.de finden Sie ein Klimadiagramm vom vergangenen Jahr 2016. Wenn Sie sich auf diesem Schaubild die Maximal- und Minimalwerte der Monate anschauen, ist ersichtlich, dass die 5-Grad-Marke zwei Mal erreicht wurde. Zwischen April und Mai steigt die Temperatur erst mal im Durchschnitt über die 5 Grad. Die Durchschnittstemperaturen im Zeitraum Oktober und November sinken wieder unter den Durchschnitt von 5 Grad. Die Zeitdauer zwischen diesen Punkten ist die Phase, in der die Temperatur ausreichend ist, um eine Keimung der Samen zu ermöglichen.

Die Temperatur ist jedoch nicht alles. Im zweiten Schaubild auf der Seite sind die Niederschlagsmengen auf monatlicher Basis aufgeführt. Im April und Mai regnet es durchschnittlich 10 beziehungsweise 11 Tage. Im September und Oktober sind es nur 9 Tage, wobei hier auch zusätzlich die Niederschlagsmengen geringer sind. Auch wenn es einen leichten Unterschied gibt, bleibt dennoch festzuhalten, dass während der beiden Zeiträume ausreichend Regen fällt, um die Samen theoretisch feucht zu halten.

Wie sind die Zahlen nun zu interpretieren?

Unser Versuch: Wer das Wetter genau beobachtet und beispielsweise mit der Methode der Temperatursumme arbeitet, wird im April und Mai Top-Bedingungen vorfinden. Die Temperaturen sind ausreichend mild und die Niederschlagsmenge und -häufigkeit sind hervorragend. Zusätzlich ist die Anzahl der Sonnenstunden schon beeindruckend hoch und liefert den kleinen Pflänzchen ausreichend Licht für den Wachstumsprozess.

Das Fenster der Keimung ist allerdings sehr eng. Speziell in den letzten Jahren konnten wir uns immer wieder über Schönwetter-Perioden im Mai mit teilweise über 30 Grad freuen. Das erfreut unsere angesäten Rasensamen allerdings gar nicht. Wir müssen ein Auge darauf halten und unter Umständen zusätzlich die Fläche und die Samen bewässern, um sie feucht zu halten.

Im Herbst hingegen sind die Temperaturen im Durchschnitt leicht höher als im Frühjahr, aber es gibt weniger Niederschlagsmenge und -häufigkeit. Die Temperaturkurve läuft allerdings flacher zum Jahresende hin aus, was das Risiko des Austrocknens zumindest auf dem Papier minimiert. Unserer Erfahrung nach muss eine frisch angesäte Rasenfläche nicht zusätzlich bewässert werden, was jedoch immer am Standort festgemacht werden muss.

Zwischen September bis in den November hinein erstreckt sich im Durchschnitt ein Zeitfenster für das Ausbringen der Rasensamen. Der Umfang ist deutlich größer und länger als das Fenster im Frühjahr, wobei die Bedingungen auch leicht schlechter sind. In unseren Augen bietet der Herbst aber für alle Gärtner den besseren Zeitpunkt, wenn man weniger Aufwand und Zeit mit der Betreuung der Fläche verbringen möchte.

Fazit: Machen Sie es, wie Sie es für richtig halten!

Ist ihr Garten gerade frisch angelegt, müssen Sie natürlich im Frühjahr aussäen, um im Sommer etwas von der Fläche zu haben. Haben Sie hingegen die Wahl, empfehlen wir den aufwandsärmeren und risikoärmeren herbstlichen Zeitbereich, um die Rasensamen auszubringen.

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