Dürreschaden 2018: Wie Sie mit Nachsaat und Co einen neuen Rasen anlegen im Selbstversuch

Das Jahr 2018 hatte zweifelsfrei einen der schönsten und wärmsten Sommer seit langem. Doch während wir die Zeit im Garten oder im Park genießen konnte, machte die Hitze dem Rasen im Garten doch sehr zu schaffen. Die Niederschläge blieben aus und so kam es zum Austrocknen der oberen Bodenschichten. Verbrannter, braun-gelber Rasen überall und der bange Gedanke: Wird der jemals wieder grün werden?

Keine Frage, der Rasen wird wiederkommen!

Auch für uns ist eine solch trockene Zeit recht neu. Wir haben in unserer Firmengeschichte schon einiges erleben dürfen, aber so viel Hitze und wenig Wasser kannten wir auch noch nicht. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen in einer kleinen Artikel-Serie zu starten um Ihnen eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zu bieten, wie Sie Ihren Rasen nach der Dürre wieder begrünen können.

Uns bot sich die Chance den Rasen eines Bekannten für dieses Experiment zu nutzen. Rein geografisch liegt dieser in der Nähe von Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen. Die Besonderheit ist hier, dass auf einigen Teilen der Fläche bereits Rasen vorhanden war und andere Teile komplett neu begrünt werden müssen. Insofern haben wir eine perfekte Mischung aus der Verwendung von Nachsaat für den Rasen als auch einen Bereich mit Rasen neu anzulegen.

Die Fläche liegt eher etwas ländlich, relativ geschützt durch einen Zaun und große Teile des Tages mit einer ausreichenden Versorgung durch die Sonne. Der Haushalt besteht aus vier Personen, wobei die Kinder nachmittags sehr gerne im Garten spielen und dort auch diverse Spielgeräte haben. Ein kleines Beet, ein Sandkasten und ein Sonnenschirm sind ebenso im gesamten Garten vorhanden.

Herausforderung: Bodenqualität

Das gesamte Areal im Umkreis von mehreren Kilometern hat einen recht lehmigen Boden. Damit ist die Gefahr von Staunässe und gleichzeitig einer geringen Wasserspeicherung beziehungsweise schwierigen Wurzelbildung vorhanden. Auf Teilen der Fläche bestand vorher eine Art Biotop, was im ersten Moment nicht maßgeblich zur Verbesserung der Bodenqualität beiträgt. Insgesamt ist der Boden hier sehr stark verdichtet.

In der Hitzeperiode hat sich der Rasen lediglich an den Stellen „halten können“, die regelmäßig im Schatten waren. Trotz zahlreicher Bewässerungen ist der Rasen teilweise vollkommen eingegangen und vertrocknet. Dort, wo der neue Rasen angelegt werden soll ist die oberste Erdschicht gleichermaßen durch getrocknet und staubig. Insofern kommen wir bei der Bewertung des Standortes zu dem Schluss, dass wir hier auf die Standortbedingungen „trocken“ und „lehmig“ besonders stark achten sollten.

Wozu soll die Fläche zukünftig genutzt werden?

Das Häuschen wurde gerade erst frisch bezogen, sodass der Garten ein klassischer Spiele-Eltern-Garten werden soll. Diverse Elemente wie ein Sandkasten, eine Schaukel und ein Trampolin sind genau so vorhanden wir eine Sitzgruppe, die auf der Terrasse steht. Die Familie verbringt gerne und viel Zeit im Garten, sodass eine äußerst strapazierfähige Grasnarbe notwendig werden wird. Nach intensiver Beratung vor allem zur Bodenqualität haben wir uns darauf geeinigt hier mit der RSM 2.2.2 Gebrauchs für trockene Standorte beziehungsweise strapazierfähige Trockenlagen zu arbeiten.

Gerade die spielenden Kinder und die vielen Aktivitäten im Garten benötigen eine trittfeste, dichte Grasnarbe, um die Belastungen zu kompensieren. Glücklicherweise haben die Herausgeber der RSM-Mischungen hier eine spezielle Variante für trockene Standorte entwickelt, die den Anforderungen etwas besser entspricht als der RSM 2.3 Gebrauchsrasen.

Es ist zwar grün, aber leider kein Rasen

Beeindruckend war die Ausgangslage auf dem „Rasen“ – sofern er als solcher überhaupt noch zu bezeichnen war. Die Fläche war ziemlich grün, aber anstatt Rasen war hier vor allem Unkraut vorzufinden. Teilweise bis zu fünfzehn, zwanzig Zentimeter hoch ragten Disteln, Breitwegerich und viele andere Unkräuter, die sich scheinbar sehr wohl dort fühlten. Lediglich vereinzelt konnten wir einen Löwenzahn ausmachen und Moos haben wir überhaupt nicht gefunden.

Erster Arbeitsschritt: Das Unkraut vom Rasen entfernen

Eine chemische Behandlung hat unser Bekannter von vorne herein ausgeschlossen. Die Gründe dafür sind durchaus nachvollziehbar mit Kindern und einer Hauskatze. Folglich musste der Aufwand betrieben werden das Unkraut auf dem Rasen so gut wie möglich aus dem Boden zu entfernen. Der durch getrocknete und leicht staubige Boden war dabei Hindernis als auch Hilfe. Speziell bei Unkraut mit einer flachen Wurzel war das Entfernen vergleichsweise einfach. Knapp über dem Boden am Stängel fassen und dann langsam aus der Erde ziehen – so gelang es das Unkraut inklusive der Wurzel zu entfernen. Danach wurde der Wurzelballen noch ein oder zweimal ausgeklopft, damit die Erde nicht verloren wird.

Aufwendiger gestaltete sich das Entfernen der eher tiefwurzelnden Unkräuter. Davon gab es nicht besonders viele aber pro Quadratmeter waren es dennoch zehn bis fünfzehn Pflanzen, die mit einem Stechwerkzeug ausgehoben werden mussten. Um später den Rasen möglichst gut aufzuziehen ist es besonders wichtig möglichst kein Unkraut zu haben. Insofern musste hier der Aufwand betrieben werden den Löwenzahn, die Disteln und weitere tiefwurzelnde Pflanzen vollständig aus dem Boden zu entfernen. Gearbeitet wurde dabei mit einer schmalen Handschaufel, einem sogenannten Unkrautstecher. Damit gelang es meist problemlos die tiefen Wurzeln auszuheben.

Den richtigen Zeitpunkt für die Bodenbearbeitung wählen

Wir haben uns sehr intensiv den Wetterverlauf des Jahres angeschaut. Mitten im Sommer bei 30 Grad den Rasen neu anlegen zu wollen ist zwar grundsätzlich möglich, aber ein sehr aufwendiges Unterfangen. Unser Bekannter wollte hier vor allem den Zeitpunkt treffen, an dem die Hitzewelle langsam abklingt und regelmäßige, erste Niederschläge zu erwarten sind. Bei dem diesjährigen Wetterverlauf war es nicht gerade einfach abzuschätzen, wann dies der Fall sein würde. Allerdings brauch Mitte August die Hitzewelle ab und entwickelte sich bis heute fast zur Mitte im September regelmäßig zu einem deutlich milderen Klima.

Den richtigen Zeitpunkt für die Aussaat zu treffen ist eine Kunst für sich. Letztlich ist es aber sehr entscheidend hier möglichst nah an dem Punkt dran zu sein. Ein guter Indikator sind dafür die Wetterverläufe der Vorjahre. Diese finden Sie für Ihre Region beispielsweise auf der Seite des Deutschen Wetterdienstes. Eine Hitzeperiode wie 2018 gibt es immer wieder, aber auch diese endet irgendwann. Unser Tipp Mitte / Ende August erweist sich aus heutiger Sicht als „ganz okay“, da die heutigen Temperaturen weitaus besser zur Rasenpflege passen als vorher. Unseren Recherchen nach wird es Mitte Oktober deutlich mehr Niederschläge geben. Historisch gesehen gab es den Wendepunkt beim Wetter in der KW 41/42 der Vorjahre.

Wer den Boden mit dem Vertikutieren und einer Nachsaat bearbeiten will, sollte das Wetter jederzeit im Auge behalten. Je mehr natürliche Niederschläge und mildere Temperaturen vorliegen, desto geringer ist der Arbeitsaufwand für Sie als Gärtner.

Zweiter Arbeitsschritt: Absammeln des Unkrauts und der vertrockneten Rasenpflanzen

Die frischen Rasensamen der Mischung sollen möglichst optimale Bedingungen vorfinden. Von daher ist es besonders wichtig das sämtlicher Unrat von der Fläche entfernt wird. Dazu gehört natürlich das gerade entfernte Unkraut aber auch die ganzen vertrockneten Rasenpflanzen. Wer möchte kann hier einmal mit dem Rasenmäher die Fläche abmähen. Bei den Temperaturen empfehlen wir jedoch den Rasen nicht zu kurz abzumähen – vier bis fünf Zentimeter sollten ausreichen, nicht tiefer. Mit einem Vertikutierer oder einem Rechen kann dann die Fläche einmal abgeräumt werden.

Auf „unserer“ Fläche kam vor allem der Rechen zum Einsatz, da große Teile wirklich vertrocknet und dem Erdboden gleich waren. Alle Überreste der Pflanzen wurden zusammengesammelt und in der braunen Bio-Tonne entsorgt. Nachdem die ganze Fläche von Unkraut befreit und die Rasenreste entfernt wurden, war die 240-Liter-Tonne voll. Es ist also ein ganzes Stück Arbeit gewesen den Boden entsprechend vorzubereiten. Vermutlich ist die von uns beobachtete Fläche aber auch besonders arbeitsintensiv, sodass Sie vermutlich weniger Zeit benötigen werden.

Was passiert in diesem Schritt?

Üblicherweise empfehlen Experten das Vertikutieren im Herbst. Der Ansatz ist grundsätzlich nicht verkehrt, allerdings Ende August und Anfang September noch zu früh. Allerdings müssen wir Gärtner nun aufgrund der Situation im Sommer reagieren, damit der Rasen noch einmal richtig Kraft für den Winter sammeln kann. Das bedeutet, dass er schnellstmöglich mit ersten Niederschlägen wieder grün anwachsen und sich ausbreiten soll. Vielfach sind die Rasenpflanzen eingetrocknet, aber die Niederschläge aktivieren wieder das Wachstum aus den Wurzeln heraus. Insofern sind schon nach vergleichsweise geringen Niederschläge wieder viele grüne Flecken erkennbar auf vielen Flächen.

Durch das Absammeln des Unkrautes und der pflanzlichen Überreste sowie dem Harken der Erdoberfläche ermöglichen Sie dem Boden etwas Luft zu holen. Die lange Zeit ohne Niederschläge sorgt für eine entsprechende Verdichtung der oberen Erdschicht im Garten. Gleichzeitig wird durch die Beregnung die Oberfläche ebenso verschlossen und es gelangt nur noch sehr wenig Luft in den Boden. Das ist allerdings wichtig für das Wachstum der Rasenpflanzen.

Das „Platz schaffen“ und aerifizieren sorgt für eine gute Bodenvorbereitung. In Verbindung mit den anstehenden Niederschlägen und den milderen Temperaturen erhoffen wir uns davon ein schnelles Wachstum der Rasenpflanzen. Gelingt es uns den Rasen bis Ende September / Mitte Oktober wieder auf die vorherige Dichte wachsen zu lassen steht noch das Vertikutieren und Düngen an. Sollte das nicht gelingen würden wir das Vertikutieren in diesem Jahr zu Gunsten der Rasengesundheit ausfallen lassen.

Was steht nun als nächstes an?

Nachdem nun alles bestmöglich erledigt und vorbereitet ist, steht das Ausbringen der Rasensamen an. Wie schon erwähnt verfügen wir an dem Standort über zwei verschiedene Flächen. Zum einen muss Rasen nachgesät werden und zum anderen muss der Rasen neu angelegt werden. Beide Aufgaben wollen wir mit der RSM 2.2.2 Mischung für trockene Standorte angehen, wobei wir bei der Nachsaat bei der Ausbringungsmenge des Herstellers abweichen werden. Dort wo bereits Rasen vorhanden ist müssen wir natürlich weniger Rasensamen aussäen.

Bei der Aussaat werden mit einem sogenannten Streuwagen arbeiten. Das sind extra für den Gartenbereich angefertigte und manuell betriebene Wagen, die je nach Einstellung auf einer bestimmten Strecke die voreingestellte Menge „verlieren“. So stellen wir sicher, dass einerseits die Empfehlung des Herstellers eingehalten wird und andererseits sorgt die Arbeit mit einem Streuwagen dafür, dass das Saatgut gleichmäßig auf der Fläche verteilt wird. Es ist also deutlich einfacher und zudem weniger fehleranfällig als beispielsweise die Aussaat von Hand zu machen.

Alles das und was zudem noch weitere Schritte waren, werden wir Ihnen im nächsten Beitrag vorstellen. Wir würde uns sehr über ein Feedback von Ihnen freuen und hoffen, dass wir die Arbeitsschritte mit dem entsprechenden Bildmaterial entsprechend unterstützen können. Sollten Sie Anmerkungen, Fragen oder auch Anregungen haben, scheuen Sie sich bitte nicht diese zu äußern. Unser Wunsch und Bestreben ist es Sie dabei zu unterstützen Ihre Rasen im Garten wieder zu begrünen und für den anstehenden Winter optimal vorzubereiten.

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