Rasen vertikutieren – Die 7 Schritte zum erfolgreichen Rasen lüften!

Jedes Jahr kommt der Frühling und mit ihm die Gartenarbeit. Wenn wir ehrlich sind haben wir uns dieses Jahr doch schon einige Zeit lang darauf gefreut, dass es endlich soweit ist. Kalt und lang war der Winter, so dass wir nun voller Tatendrang sind. Das erste, was es im Frühjahr zu tun gilt, ist das Überarbeiten der Rasenfläche. Dazu gehört unter anderem das Vertikutieren. Und diesem Vorgang wollen wir uns im heutigen Artikel einmal widmen.

Erst die Arbeit und dann das Vergnügen!

Gerade bei einem so langen Winter wie wir ihn dieses Jahr hatten, hat sich auf dem Rasen so einiges angesammelt. Schnee, Feuchtigkeit und die Überreste aus dem Herbst haben dort ihre Spuren hinterlassen. Durch die wenigen Tage mit Sonnenstrahlen ist aber bereits erkennbar, dass der Rasen nun wachsen möchte. Um ihm den Weg möglichst einfach zu machen, sollten wir Gärtner für die bestmöglichen Wachstumsbedingungen sorgen. Folgende Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle:

  • Licht & Wärme
  • Sauerstoff
  • Feuchtigkeit
  • Nährstoffe

 

Es gilt also den Rasenpflanzen von allem ausreichend zu geben, damit der Rasen möglichst optimal wachsen kann. Denn: Wer jetzt seinen Rasen pflegt legt gleichzeitig die Grundlage für eine stabile Grasnarbe, die uns den Sommer über begleitet. Wird die Gartenarbeit hingegen jetzt vernachlässigt, laufen Sie Gefahr, dass die Pflanzen nicht stark genug werden um Hitze, Sonne und Belastungen im Sommer zu trotzen.

Warum eigentlich den Rasen vertikutieren?

Unser Rasen im Garten wächst gerne und viel. Vor allem in den Perioden im Frühling und dem Herbst, wenn die Temperaturen wundervoll warm sind, sind die Wachstumsbedingungen optimal. Beide Zeiten haben eine enorm wichtige Bedeutung. Im Frühjahr macht sich die Grasnarbe fit für den Sommer. Dagegen ist das Wachstum im Herbst wichtig, damit der anstehende kalte Winter gut überstanden werden kann. Über das Jahr jedoch verwächst sich der Rasen ein wenig. Die hohe Belastung auch einfach die natürlichen Auswucherungen führen dazu, dass sich ein sogenannter Rasenfilz bildet. Das ist ein wenig wie ungewaschene Haare zu verstehen. Die fallen nicht aus und gehen nicht kaputt, aber sie verknoten sich an der einen oder anderen Stelle. Und so auch beim Rasen.

Grundsätzlich ist der Rasenfilz nichts Schlechtes, aber seine Dicke sollte nicht zu groß werden. Im Sommer schützt er ein wenig vor dem Austrocknen der Erdoberfläche. Dennoch wollen wir unserem Rasen ja jetzt alles Mögliche geben, damit er beim Wachstum Vollgas geben kann. Und da stört auch dieser Rasenfilz. Zudem kann sich über den Winter in der Schicht einiges angesammelt haben, was wir nicht auf dem Rasen haben wollen. Also, weg damit und den Rasen belüften!

Erster Schritt beim Rasen vertikutieren: Einmal frei machen bitte!

Nein, nicht Sie. Den Rasen sollen Sie freimachen. Sammeln Sie alles von der Fläche ab wie beispielsweise Blätter oder Zweige. Ins Frühjahr passt auch gut der Baum- und Strauchschnitt. Optimaler Weise erledigen Sie das zeitgleich oder vor dem Rasen belüften, damit ausreichend Licht zu den Rasenpflanzen vordringen kann.

Auch wegräumen sollten Sie Deko-Gegenstände oder die Gartenbank. So gewährleisten Sie, dass der Rasen überall gleich gut behandelt wird beim Vertikutieren. Natürlich können Sie Ihre geliebte Gartenbank dort später wieder hinstellen. Ich sprach nur davon, dass diese über den Zeitraum des Vertikutierens entfernt werden soll.

Zweiter Schritt beim Rasen lüften: Legen Sie die Werkzeuge bereit!

Um Ihren Rasen vertikutieren zu können brauchen Sie optimaler Weise einen Vertikutierer, einen Rechen oder einen Laubbesen und natürlich sehr viel Motivation. Zudem geht mit dem Vertikutieren einher, dass Sie den Rasen dann auch gleich düngen sollten. Nimmt man es ganz genau wäre es sogar am besten, wenn Sie den Rasen 1-2 Wochen vor dem Vertikutieren düngen. So könnten sich die Rasenpflanzen optimal mit den Nährstoffen versorgen, bevor sie beim Vertikutieren richtig auf den Deckel kriegen.

Auf den Deckel? Ja, richtig gelesen. Das Vertikutieren ist ein wenig das Entscheider zwischen stark und schwach. Gelbe, braune und tote Pflanzen werden dabei entfernt und die gesunden und starken Rasenpflanzen bleiben über. So können diese sich optimal entwickeln und die defekten Pflanzen stehen ihnen nicht im Weg herum. Klingt deutlich, aber so funktioniert die Natur nun einmal, der wir hier ein wenig nachhelfen.

Dritter Schritt: Der Rasenvertikutierer!

Rein technisch brauchen sie nicht unbedingt einen Rasenvertikutierer, ABER er macht Ihnen das Leben sehr viel einfacher. Dieses Ungetüm ist oftmals ein elektronisch betriebenes Gerät, das einem Rasenmäher ähnlichsieht. Es ist aber vom Korpus her kleiner und nur selten einen Fangkorb. Wenn man es von der Unterseite betrachtet sieht man chaotisch angeordnete, feine Messer, die auf einer Rolle sind und durch die Bewegung dieser auf den Boden einwirken.

Wichtig beim Rasenvertikutierer ist es die Einstellung richtig zu wählen. Die Messer sollten die Bodenoberfläche minimal berühren, maximal 2-3 mm. Alles was darüber hinaus geht verletzt den Boden und Pflanzen so sehr, dass Spätfolgen nicht ausgeschlossen werden können. Sinn des Vertikutierens ist es den Boden anzuritzen. Durch die feinen Schnitte im Boden wird die Luftversorgung der Pflanzen verbessert. Gleichzeitig schneiden die feinen Klingen aber auch die Rasenpflanzen an. Es entstehen kleine Verletzungen der Pflanze. Diese reagiert natürlich und generiert zusätzliche Seitentriebe. Das Ergebnis: Die Grasnarbe wird durch mehr Blätter insgesamt dichter.

Auch das Vertikutieren von Hand ist möglich. Hierzu gibt es Geräte, die einem Rechen ähnlichsehen, aber feinere Klingen haben. Beim Vertikutieren von Hand müssen Sie den Rasenvertikutierer über den Rasen ziehen und fügen dem Boden so die feinen Schnitte bei. Je nach Größe Ihrer Rasenfläche kann das recht mühsam und anstrengend sein. Gerade jedoch bei kleineren Flächen ist der Kostenaufwand für das Vertikutieren von Hand günstiger als die Anschaffung eines elektrischen Vertikutierers. Was Sie am Ende machen, bleibt aber natürlich vollkommen Ihnen überlassen.

Vierter Schritt: Richtig den Rasen vertikutieren!

Damit der größtmögliche und gleichzeitig auch bestmögliche Effekt durch das Vertikutieren erzielt werden kann, sollten Sie sich dafür Zeit nehmen. Damit der Vertikutierer effizient arbeiten kann, macht es Sinn den Rasen vor dem Vertikutieren einmal abzumähen.  Empfehlenswert ist hier eine relativ geringe Höhe. Dieser kurze Schnitt sorgt natürlich auch dafür, dass das in der Grasnarbe vorhandene Unkraut gekürzt wird. Durch die optimalen Wachstumsbedingungen kann der Rasen später schneller wachsen als das Unkraut und verdrängt dieses auf natürliche Art und Weise.

Kommen wir aber zurück zum Vertikutieren. Um die Wirkung der Behandlung möglichst groß zu gestalten, sollten Sie mit dem Vertikutierer die Fläche langsam abfahren. Meist ist aufgrund der Bodenbearbeitung erkennbar, welche Bahnen Sie bereits bearbeitet haben. Es schadet aber nicht genau darauf zu achten, so dass alle Teile der Rasenfläche bearbeitet werden. Sind Sie einmal in einer Richtung durch, empfehlen wir eine 90 Grad versetzte, erneute Bearbeitung vorzunehmen. Damit erreichen Sie das „in Richtung“ gelegte Unkräuter, Reste, etc. durch die sich querende Bearbeitung auch bearbeitet werden.

Erschrecken Sie bitte nicht! Die Rasenfläche sieht an den bearbeiteten Stellen sehr zerrupft und dünn aus. Das ist auch durchaus so gewollt, denn schließlich wollen den Rasenpflanzen ja optimale Bedingungen bieten. Platz, Luft und Licht gehören hier natürlich dazu. Vertrauen Sie darauf, dass die Fläche in 1-2 Wochen ganz anders aussieht und wieder in vollem Grün erstrahlt.

Fünfter Schritt beim Rasen vertikutieren: Sammeln Sie das Schnittgut ab!

Nach der Bearbeitung mit dem Vertikutierer befindet sich vermutlich sehr viel Schnittgut auf dem Rasen. Rechen Sie dieses auf und entsorgen Sie es in der Biotonne. Persönlich würden wir Ihnen davon abraten diese Reste unter Büschen und Bäumen zu platzieren, denn potentiell stellt dieser Rasenfilz eine Gefahr dar. Er bietet Schädlingen und Krankheiten einen optimalen Platz für die Entfaltung und gefährdet somit die Rasenfläche sowie umstehenden Pflanzen. Verzichten Sie also lieber darauf.

Achten Sie darauf, die Fläche danach richtig sauber und ordentlich ist. Ihre Biotonne sollte randvoll sein und Ihr Rasen vergleichsweise dünn. Schauen Sie einmal genauer hin. Wenn Sie nun die Narbe betrachten sollten Sie nur noch grüne, gesunden Rasenpflanzen findet. Alles andere sollte eigentlich komplett entfernt sein. Das Vertikutieren bedeutet sehr viel Stress für die Pflanzen. Sollte es also nicht ganz so aussehen wir beschrieben, versuchen Sie zu ermitteln woran es lag. Vertikutieren Sie nach Möglichkeit aber kein zweites Mal beziehungsweise verschieben Sie das zweite Mal auf den Herbst.

Sechster Schritt: Nach dem Rasen belüften sollten die Nährstoffe folgen!

Eingangs erwähnte ich bereits, dass im Optimum die Düngung der Fläche 1-2 Wochen vor dem Vertikutieren geschehen sollte. Vielfach werden diese beiden Schritte aber miteinander verbunden, was grundsätzlich auch möglich ist. Nachdem die Fläche also nun vertikutiert und aerifiziert ist, sollten Sie den Dünger ausbringen. Hier empfehlen wir vor allem die Verwendung von Langzeitdünger in Granulatform. Diese hat den Vorteil, dass die Nährstoffe mit der Zeit an den Boden abgegeben werden. Es entsteht also ein konstantes Nährstofflevel und kein einmaliges Überangebot.

Versuchen Sie den Dünger zu gleichmäßig wie möglich zu verteilen. Man kann dies von Hand vornehmen, allerdings ist ein Streuwagen an der Stelle eine gute Hilfe. Säubern Sie diesen unbedingt, sollten Sie ihn im Winter für Salz, Split oder Sand verwendet haben. Dann füllen Sie dort den Dünger ein und laufen die Fläche ab. Das beste Ergebnis erzielen Sie hier auch wieder dann, wenn Sie den Bereich zweimal in sich querender Richtung abgehen.

Übrigens: Jetzt ist auch der perfekte Moment für die Aussaat von Nachsaat-Mischungen. Durch das Vertikutieren können die Rasensamen nun auf den Boden fallen und dort keimen. Zusammen mit der Düngung haben sie also innerhalb kürzester Zeit optimale Bedingungen und können eine schöne, dichte Grasnarbe ausbilden.

Sechseinhalbter Schritt: Bodenaufbesserung durch Rasensand, etc. einbringen!

Es ist nicht unüblich, dass sich der Zustand eines Bodens im Verlauf eines Jahres ändert. Bedingt durch Hitze, Trockenheit und viele weitere Faktoren kann die Güte des Bodens leiden. Während wir uns mit einer Düngung vor allem darum kümmern, dass der Nährstoffgehalt des Bodens wieder aufgewertet wird, können weitere Maßnahmen erforderlich sein. Der April ist hier der perfekte Monat für, denn die hohen Niederschläge lassen Defizite sofort erkennen. Steht irgendwo Wasser nach einem Schauer? Oder ist der Boden überraschend schnell wieder trocken? Bilden Sie Unebenheiten?

Im Rahmen des Vertikutierens sollten Sie die Chance nutzen und auch hier den Boden aufwerten. Besonders dichter Boden kann mit Rasensand bearbeitet werden. Dazu wird dieser ausgestreut und durch eine angeraute Oberfläche in den Boden eingebracht. Bitte nicht zu viel, sondern gerade so viel, dass der Boden etwas durchlässiger wird. Ist schon wenige Minuten nach dem Regen der Boden „trocken“ ist dies ein Anzeichen dafür, dass der Boden zu durchlässig ist. Hier hilft das Verarbeiten von Humus. Nehmen Sie dazu etwas Pflanzenerde oder Humus und verteilen Sie eine dünne Schicht auf dem Rasen. Diese drücken Sie dann ein wenig an, so dass der nächsten Regen es nicht auswäscht.

WICHTIG: Versuchen Sie zu vermeiden das Düngen, Ansäen und die Bodenbearbeitung in einem kompletten Schritt zu machen. Lassen Sie hier lieber eine Sache heraus und machen Sie diese eine Woche später. So verhindern Sie, dass sich die „Zutaten“ für den Boden zu sehr gegenseitig behindern.

Siebter Schritt nach dem Rasen vertikutieren: Ruhen lassen und wässern!

Der Dünger ist ausgebracht, die Fläche sauber und die Biotonne steht zur Entsorgung bereit. Herzlichen Glückwunsch, Sie haben es geschafft! Gönnen Sie sich und Ihrem Rasen nun eine kurze Pause. Das dient beidseitig der Erholung. Das Vertikutieren von Hand oder mit dem elektrischen Vertikutierer ist trotz allen positiven Aspekten eine Belastung für den Rasen. Geben Sie ihm jetzt also 1-2 Wochen Zeit sich davon zu erholen. Wässern Sie ihn zudem regelmäßig bis das Dünger-Granulat von der Oberfläche verschwunden ist.  Zusätzlich nutzt der Rasen die Zeit sich ausgiebig mit den zusätzlichen Nährstoffen aus der Düngung aufzufüllen und ein enormes Wachstum an den Tag zu legen.

Unter Ruhe verstehen wir vor allem, dass die Rasenfläche von frei von besonderen Belastungen sein sollte. Natürlich sollten Sie mähen, wenn dies notwendig wird und sicherlich ist auch nichts dagegen einzuwenden einfach mal barfuß über den Rasen zu gehen. Versuchen Sie aber die Kinder und den Hund noch einige Tage zu bändigen. Spätestens nach zwei Wochen kann die Fläche dann vollumfänglich genutzt und belastet werden. Der frische, neue Rasen sollten dann gekeimt sein und ihre widerstandsfähige Grasnarbe ist für den Sommer bestens vorbereitet.

Die wichtigste Frage: Wann vertikutieren?

Die Antwort auf diese Frage müssen Sie sich weitestgehend selbst geben. Hierbei hängen zu viele Faktoren zusammen, als das wir eine pauschale Antwort geben könnten. Vermutlich liegt der optimale Zeitpunkt für das Rasen Vertikutieren zwischen März und April. Beispielsweise dürfte es dieses Jahr deutlich später sein, da der Winter doch sehr lang und kalt war. Ist es im Januar schon die ganze Zeit vergleichsweise warm und ist nicht absehbar, dass es nochmals deutlich kälter wird, kann der Zeitpunkt auch schon im Februar liegen.

Die Frage nach dem wann vertikutieren am besten ist, hängt also auch immer davon ab, wie sich alles herum um Sie entwickelt. Achten Sie nur darauf, dass die Jahreszeit eine Wachstumsperiode ist. Das bedeutet entweder Frühjahr oder Herbst, gerne aber auch beides. Im Sommer und Winter ist das Rasen mit den jeweiligen klimatischen Herausforderungen so beschäftigt, dass das Wachstum der Pflanzen nicht ausreichend für das Vertikutieren. Die Zeiträume sind also verboten, zumindest für das Vertikutieren. Wenn Sie nicht falsch machen wollen und auch keinen Familienstreit zu befürchten haben, sollten Sie es jetzt im April machen. Die hohen Niederschlagsmengen sind optimal dafür und gleichzeitig nichts besonders einladend für die Kids, um draußen zu spielen.

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