Was sollten Sie bei der Lagerung von Rasensamen beachten und haben diese eine Mindesthaltbarkeit?

Frisch geerntete Rasensamen erzielen die höchsten Keimquoten bei der Ansaat. Das ist irgendwie auch sehr gut nachvollziehbar, da man sich damit im natürlichen Prozess befindet. Wie sieht es aber aus mit älteren Rasensamen? Wer sich beispielsweise 10 Kilogramm im Beutel kauft, davon aber nur 9 kg verbraucht. Wie lange sind die Rasensamen noch haltbar?

Was ist die Bewertungsgrundlage für die Qualität?

Alle im Handel befindlichen Rasensamen sind dem Saatgutverkehrsgesetz (SaatG) unterworfen und müssen bestimmte Keimquoten erfüllen, um verkauft werden zu dürfen. Spezielle Gesellschaften wie das Forschungsinstitut für Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau e.V. (FLL) geben für die von ihnen definierten Regel-Saatgut-Mischungen noch höhere Keimquoten vor als das Gesetz. So muss das Lolium perenne beispielsweise nach dem SaatG eine Keimquote von 80% erfüllen. Das bedeutet, dass mindestens 80% der ausgebrachten Samen angehen müssen, wenn die Wachstumsvoraussetzungen erfüllt sind (zum Zeitpunktes des Kaufes).

Werden die Saatgut-Mischungen eingelagert, nimmt die Keimquote der Gräser ab. Die Ausmaße der Abnahme sind sehr unterschiedlich, aber die bekannten Grassorten wie die Wiesenrispe oder das Weidelgras verlieren weniger in der Keimquote, wohingegen die Ausfälle beim Rotschwingel etwas höher sind.

Ist nach 2 Jahren Schluss?

Allgemein lässt sich festhalten, dass die Rasensamen-Mischungen auch über die zwei Jahre hinaus noch keimfähig sind. Rein chemisch ist der Keimling geschützt in seiner Stärke-Schale und kann durch Wasser entsprechend aktiviert werden.Man sollte damit rechnen, dass nicht mehr die ursprünglichen Quoten erreicht werden, aber dennoch sind die Ergebnisse sehr zufrieden stellend für den Gartenbesitzer. Totalausfälle oder schlechte Ergebnisse bei der Verwendung älterer Rasensamen beruhen eher auf sehr schlechten Keimbedingungen. Diese können u.a. ein schlecht vorbereiteter Boden oder auf ungünstige Witterungsbedingungen sein.

Bei der Aussaat älterer Rasensamen sollte vor allem darauf geachtet werden, dass die wachstumsfördernden Faktoren vorhanden wie Lichteinfall und Wasser vorhanden sind. Eine teilschattige Fläche hat andere Ansprüche als ein Rasen, der ganztägig Licht erhält. Staunässe kann das Wachstum und die Qualität des Bodens nachhaltig negativ beeinflussen und sollte durch das Einbringen von Sand oder einer Drainage vermindert werden. 

Besonders wichtig für den Anwuchs ist der Nährstoffgehalt des Bodens. Hier sollte zur Ansaat der älteren Samen eine Düngung vorgenommen worden, um den Anwuchs entsprechend zu unterstützen. Vorteilig ist es, wenn die frisch eingesäten Rasensamen unter eine dünne Schicht Erde gebracht und angewalzt werden, was den Bodenkontakt und damit die Aufnahme der Nährstoffe fördert und gleichzeitig das Ausschwemmen bei Regenfällen vermindert.

Wie können Sie Rasensamen möglichst lange aufbewahren?

Wenn die Keime vor allem dann treiben, sobald Licht, Wasser, Luft und Nährstoffe vorhanden sind, sollten Sie den überschüssigen Rasensamen genau diese Faktoren entziehen. Eine dunkle, trockene und konstant temperierte Lagerung ist hierfür optimal.

Verzichten Sie darauf die Rasensamen in der Gartenhütte zu lagern. Die Luftfeuchtigkeit und die Temperaturen sorgen hier für ein sehr wechselhaftes Klima. Versuchen Sie lieber einen trockenen Platz im Keller zu finden, wo Sie die Samen lagern können. Optimal wäre der luftdichte Verschluss, aber auch ohne funktioniert die Lagerung sehr gut. So können Sie den 1 kg noch hervorragend für mehrere Jahre im Keller liegen haben und damit immer mal wieder Lücken neu ansäen, ohne die Restmenge wegschmeißen zu müssen.


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