Warum Sie Schäden in einem Sportrasen (RSM 3.2) sofort reparieren sollten

Wenn beim Schuss ein Stück Rasen mit fliegt, erfreut dies den Zuschauer, den Greenkeeper jedoch graust es. Was in Zeitlupe spektakulär aussieht, ist für den Rasen ein kleiner Schaden. Kaum eine andere Rasenart ist so extremen Belastungen ausgesetzt wie ausgerechnet der Sportrasen.

Deshalb ist es auch kein Zufall, dass man bei Bundesligaspielen schon in der Halbzeit gleich mehrere Leute auf dem Rasen, die versuchen diesen notdürftig zu reparieren. Denn je schneller ein Schaden behandelt wird, desto kleiner bleibt er und desto schneller kann er behoben werden.

Natürlich sollte ein Schaden auch in jeder anderen Rasenfläche behoben werden. Beim Sportrasen ist dies jedoch besonders wichtig und auch besonders eilig. Wer dabei nachlässig ist, der riskiert nicht nur die Gesundheit des Rasen, sondern auch die der Spieler.

Warum der Schaden sofort behoben werden muss!

Und dies ist wohl gleichzeitig auch der wichtigste Grund, warum Sie Schäden in einem Sportrasen sofort reparieren sollten. Schon geringe Schäden wie eine lockere Grasnarbe, eine kahle Stelle, vermooste Flächen oder ein kleine Unebenheit können im Eifer des Gefechts zu schwerwiegenden Verletzungen führen. Schnell verliert man den Halt, rutscht aus oder verknickt sich den Fuß. Die Folge sind Stauchungen, Zerrungen, Muskelrisse oder gar noch schlimmere Verletzungen. Dieses Risiko sollten Sie auf keinen Fall eingehen!

Doch nicht nur die Athleten können in Mitleidenschaft gezogen werden. Wenn Schäden im Sportrasen nicht sofort behoben werden, kann auch die Rasenfläche langfristig erheblich darunter leiden. Denn kahle Stellen bieten Moosen, Pilzen und anderen Schädlingen eine perfekte Angriffsfläche.

Und schließlich ist ein perfekter Untergrund auch die Voraussetzung für ein faires Spiel. Nur wenn die Rasenfläche eben und gut in Schuss ist, sind auch die Bedingungen für alle Akteure auf dem Platz gleich. Denn schließlich soll am Ende ja der Bessere gewinnen!

Kleinere Schäden sofort beheben!

Eine losgetretene Grasnarbe sollten Sie so schnell wie möglich reparieren. Dazu reicht es mit einer feinen Gartengabel die Stelle etwas zu lockern und das lose Grasstück wieder einzusetzen und danach vorsichtig fest zu treten.

Bei größeren Schäden die Ursache bekämpfen, nicht den Schaden!

Bei anderen Schäden, wie beispielsweise kahle Stellen, Moosbewuchs oder Pilzbefall, helfen solche kleineren Maßnahmen jedoch nicht. Hier sollte nicht nur der Schaden behoben werden, sondern vor allem die Ursache ermittelt und bekämpft werden. Häufige Gründe hierfür sind nämlich falsches oder qualitativ minderwertiges Saatgut, die Bodenqualität oder auch der Standort. Denn manche Grasarten gedeihen nicht so gut an gewissen Standorten oder auf bestimmten Böden.

Liegt beispielsweise ein Teil des Sportrasens im Schatten, kann hier keine gute Grasnarbe entstehen wenn nicht das richtig Saatgut ausgebracht wird. Hier sollte man der Saatgut-Mischung Grasarten beimischen, die auch bei weniger Lichteinfall noch gut und robust wachsen. Ein Geheimtipp hierfür ist die Lägerrispe, Poa Supina auf Latein. Sie wächst auch an schattigeren Orten und verleiht somit der Grasnarbe eine deutlich besser Strapazierfähigkeit.

Ähnlich sieht es bei feuchten Abschnitten aus. Grund dafür kann einerseits die Bodenqualität sein. Besonders Lehmböden sind dafür bekannt, dass sie Feuchtigkeit nur langsam aufnehmen und diese sich deshalb an der Oberfläche staut. Wer hier langfristig eine belastbare Grasnarbe anlegen möchte, der sollte die Bodenqualität erst mit Sand verbessern, bevor er den Schaden behebt. Sonst ist die Fläche nach dem nächsten Regen wieder überschwemmt und die Gräser sterben ab.

Ein Experte hilft

Da Sportrasen oftmals auf größeren Flächen angelegt wird, lohnt es sich einen Experten zu Rate zu ziehen, bevor man versucht langwierige Schäden zu beheben. Denn dieser ist nicht nur ein Fachmann auf dem Gebiet Rasen, sondern kennt oftmals auch die örtlichen Bedingungen und kann Ursachen besser einordnen.

Denn eine große Rasenfläche zu sanieren ist nicht nur zeit- und arbeitsintensiv, sondern verursacht auch teils erhebliche Kosten. Wenn damit jedoch nur ein Symptom behandelt wird, die Ursache aber nicht behoben wird, dann werden die Schäden sehr bald wieder auftauchen und neuen Arbeitsaufwand, Zeit und Kosten mit sich ziehen.

Mythos Sportrasen

Denn mit einem Mythos sollte an dieser Stelle noch aufgeräumt werden. Der Grundstein für einen belastbaren Sportrasen ist keine Saatgut-Wundermischung oder sonst eine spezielle Zutat, die wenig bekannt ist. Die verwendeten Saatgut-Mischungen bei Sportrasen bestehen oftmals ausschließlich, oder zumindest zum Großteil, aus den Grasarten Deutsches Weidelgras (Lolium Perenne) und Wiesen Rispengras (Poa Pratensis). Dies sind sehr gewöhnliche Grasarten, die auch im Garten rund um das Haus oft Verwendung finden.

Was einen Sportrasen ausmacht ist eine dauerhafte und sehr intensive Pflege. Es ist schließlich kein Zufall, dass Bundesligisten und Golfplätze, mindestens einen, wenn nicht mehrere Greenkeeper anstellen, deren einzige Aufgabe es ist den Rasen in Schuss zu halten. Denn Verschleißerscheinungen sind bei Sportrasen ein ganz natürlicher Bestandteil. Ihnen ist nur mit konstanter Pflege und einem gediegenen Rasenwissen beizukommen. Doch dieser Aufwand lohnt sich! Und dafür werden Ihnen nicht nur die Sportler und Sportlerinnen dankbar sein, sondern auch der Sportrasen wird es Ihnen danken.

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